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Stress am Arbeits­platz — das kön­nen Arbeit­ge­bende tun

Arbeitgebende können aktiv dazu beitragen, Stress zu reduzieren, psychische Gesundheit zu fördern und die Widerstandskraft der Belegschaft zu stärken. Hier erfährst du konkrete Maßnahmen, die Unternehmen umsetzen können. Dazu gehören zum Beispiel: persönliche Ressourcen stärken, gute Rahmenbedingungen im Unternehmen schaffen und soziale Unterstützung im Team fördern

Ein Mann sitzt sichtbar gestresst vor einem Laptop und hält sich das Gesicht.

Foto: Tim Gouw

Die eigenen Ressourcen stärken

Stress ist eine natürliche Reaktion deines Körpers. Wenn eine Situation als herausfordernd oder bedrohlich bewertet wird, schaltet das vegetative Nervensystem in den Alarmmodus. Das kann in manchen Situationen durchaus sinnvoll sein, wird aber problematisch, wenn du dauernd Stress hast.

Am Arbeitsplatz ist das Stresspotenzial besonders hoch. Es gehört deshalb zu den wichtigen Aufgaben eines Arbeitgebenden, dafür zu sorgen, dass Mitarbeitende Stress besser bewältigen können.

In Unternehmen können persönliche Ressourcen durch folgende Maßnahmen gefördert werden:

  • Selbstwirksamkeit stärken: Mitarbeitende sollten in einem angemessenen Rahmen Verantwortung übernehmen und sich neuen Aufgaben stellen können. Das stärkt das Vertrauen in die eigene Kompetenz.
  • Optimismus vorleben: Führungskräfte, die selbst positiv vorangehen, motivieren das Team.
  • Pausen, Bewegung und Vertretungsregeln: Regelungen, die Pausen, Bewegungsmöglichkeiten und verlässliche Vertretungen sicherstellen, fördern die Selbstfürsorge.
  • Arbeitsmethoden verbessern: Wem die Möglichkeit gegeben wird, wichtige Informationen zu beschaffen, zu strukturieren und einzuordnen, behält auch in stressigen Situationen leichter einen kühlen Kopf.
  • Zusammenhalt im Team stärken: Gemeinsame Aktivitäten, der Austausch im Team und ein kollegiales Betriebsklima sorgen dafür, dass sich Mitarbeitende gegenseitig unterstützen.

Foto: Gabin Vallet

Rahmenbedingungen im Unternehmen verbessern

Neben individuellen Ressourcen sollten Arbeitgebende auch die richtigen Rahmenbedingungen schaffen. Planbare Arbeitszeiten mit klar definiertem Arbeitspensum geben Sicherheit und helfen, eine gesunde Work-Life-Balance zu finden. Wichtig sind außerdem Rückzugsmöglichkeiten im Arbeitsalltag. Ein ruhiger Pausenraum bietet die Chance, kurz durchzuatmen und neue Energie zu tanken.

Ebenso wertvoll sind Fort- und Weiterbildungen: Sie stärken die Selbstsicherheit, erleichtern den Umgang mit neuen Anforderungen und beugen Überlastung vor. Und nicht zuletzt fördert eine offene Feedbackkultur den Teamzusammenhalt. Wenn transparent kommuniziert wird und Mitarbeitende sich gehört fühlen, lassen sich auch Belastungen frühzeitig erkennen.

Rahmenbedingungen im Unternehmen verbessern

Neben individuellen Ressourcen sollten Arbeitgebende auch die richtigen Rahmenbedingungen schaffen. Planbare Arbeitszeiten mit klar definiertem Arbeitspensum geben Sicherheit und helfen, eine gesunde Work-Life-Balance zu finden. Wichtig sind außerdem Rückzugsmöglichkeiten im Arbeitsalltag. Ein ruhiger Pausenraum bietet die Chance, kurz durchzuatmen und neue Energie zu tanken.

Ebenso wertvoll sind Fort- und Weiterbildungen: Sie stärken die Selbstsicherheit, erleichtern den Umgang mit neuen Anforderungen und beugen Überlastung vor. Und nicht zuletzt fördert eine offene Feedbackkultur den Teamzusammenhalt. Wenn transparent kommuniziert wird und Mitarbeitende sich gehört fühlen, lassen sich auch Belastungen frühzeitig erkennen.

Foto: Gabin Vallet

Konkrete Maßnahmen gegen Stress

Starke persönliche Ressourcen und gute Rahmenbedingungen im Unternehmen stärken Vertrauen und gemeinsame Werten im Team. Arbeitgebende können daher viel dazu beitragen, wie gut Mitarbeitende mit Stress am Arbeitsplatz umgehen.

Durch folgende Maßnahmen können Arbeitgebende zusätzlich unterstützen:

  • Schulung betriebspsychologischer Ansprechpersonen: Speziell geschulte Mitarbeitende können Kolleginnen und Kollegen nach belastenden Ereignissen unterstützen. Entsprechende Ausbildungen orientieren sich an Empfehlungen der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV).
  • Austausch unter Kolleginnen und Kollegen fördern Selbsthilfegruppen oder Programme, bei denen sich Mitarbeitende gegenseitig unterstützen oder begleiten, stärken den direkten Austausch.
  • Angebote für Gesundheit und Stressabbau: Seminare zur Stressbewältigung, Achtsamkeitstrainings oder Workshops helfen Mitarbeitenden, besser mit Belastungen umzugehen.

Umsetzungs-Checkliste für Arbeitgebende

✓ Haben Mitarbeitende klare, planbare Aufgaben und Verantwortungen?

✓ Gibt es flexible Vertretungsregelungen und Pausenräume?

✓ Werden Führungskräfte in psychischer Gesundheit geschult?

✓ Gibt es Fortbildungen, die helfen, Informationen besser zu strukturieren?

✓ Existiert eine offene Feedbackkultur?

FAQ: Häufige Fragen rund um Stress am Arbeitsplatz

Manche Maßnahmen zeigen kurzfristig Wirkung (z. B. klare Vertretungsregelungen oder Pausenräume), andere brauchen Zeit (z. B. Kulturwandel, Führungskräftetraining oder kontinuierliche Weiterbildung). Am besten ist eine Kombination aus beiden sowie eine regelmäßige Auswertung, um Wirkungen messbar zu machen.

Führungskräfte sollten transparente Ziele setzen, realistische Erwartungen kommunizieren, konstruktives Feedback geben und als Vorbild auftreten (z. B. Pausen zulassen). Sie können Verantwortlichkeiten sinnvoll delegieren, Mitarbeitende in Entscheidungen einbeziehen und bei Überlastung frühzeitig intervenieren oder Unterstützung organisieren.

Mitarbeitende können eigene Grenzen setzen, regelmäßige Pausen einplanen, Bewegung in den Arbeitsalltag integrieren und ihre Aufgaben bewusst priorisieren. Arbeitgebende können sie dabei unterstützen – mit klaren Regeln zur Erreichbarkeit, mit Bewegungsangeboten und Pausenräumen sowie mit Schulungen zu Zeit- und Stressmanagement und durch ein gutes Vorbild der Führungskräfte.

Eine Frau sitzt vor einem Bildschirm auf dem sie gerade einen Video-Call führt.

Stressmanagement lernen

Stress verstehen, bewältigen und vorbeugen: Im E-Learning „Stress lass nach“ lernst du praxisnahe Strategien fürs Stressmanagement – flexibel, alltagsnah und überall einsetzbar.

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Zwei Menschen unterhalten sich auf einem Sofa.

Kurs: Psychische Erste Hilfe

Wie kann ich in Notfällen Betroffene gut psychisch betreuen? Wie kann ich Menschen in emotionalen Notfällen zur Seite stehen? Bei der Ersten Hilfe, kommt es nicht nur darauf an, die richtigen Handgriffe und Maßnahmen zu kennen. Auch die psychische Betreuung von Verunglückten, Angehörigen und anderen Personen an der Unfallstelle ist im Notfall eine wichtige Unterstützung.

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