Johanniter Fahrzeuge: Mobilität und Nachhaltigkeit im Hilfsdienst
Wenn du an die Johanniter denkst, kommen dir wahrscheinlich sofort die Rettungswagen in den Sinn....
Die idealen Helfer für unübersichtliche Situationen: Für den Katastrophenschutz und zur Lageerkundung haben unbemannte Drohnen für Einsatzkräfte viele Vorteile. Gesteuert werden sie von Teams aus Drohnenpilotinnen und -piloten, den Drohnenstaffeln, die die Johanniter ehrenamtlich unterstützen. Wir beleuchten ihre Arbeit und Einsatzfelder und werfen einen Blick in die Praxis, wo Drohnen für die Rehkitzrettung eingesetzt werden.
Foto: Johanniter
Brummend und surrend steigt die Drohne in die Luft, bis zu 120 Meter hoch kann sie fliegen. Von dort oben hat sie den besten Überblick – ideal für Überflutungen, Brände, Massenevents oder die Personenfahndung. Da wundert es nicht, dass Drohnen im Rettungsdienst und Katastrophenschutz heute eine große Rolle einnehmen. Sie sind schnell einsatzbereit und lassen sich aus sicherer Entfernung steuern. Einsatzkräfte müssen sich nicht selbst in Gefahr bringen.
Eine Drohne ist ein unbemanntes Luftfahrzeug, das ferngesteuert oder autonom liegt. Die korrekte Bezeichnung lautet “Unmanned Aerial Vehicle” (UAV), auf deutsch: “unbemanntes Flugobjekt”. Drohnen haben – je nach Modell und Ausstattung – verschiedene Fähigkeiten. Sie schießen Fotos und Videos und übertragen sie live via LTA an Leitstellen und Einsatzfahrzeuge. Mit ihrem bis zu 200-fachem Zoom erfassen die Kameras Objekte auch in großer Entfernung. Viele Modelle enthalten außerdem eine Wärmebildkamera. Über Scheinwerfer und Lautsprecher können Drohnenpilotinnen und -piloten Einsatzstellen ausleuchten oder die Bevölkerung über Durchsagen warnen.
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Eine Drohnenstaffel ist eine organisationseigene Einheit aus ehrenamtlichen Drohnenpilotinnen und -piloten. Die Johanniter Drohnenstaffel ist unter anderem im Rhein-Main-Gebiet, in Hildesheim und in Südbrandenburg, Ostthüringen und im Landkreis Nordwestmecklenburg aktiv. Sie stehen rund um die Uhr bereit. Rettungsdienst, Feuerwehr und Bevölkerungsschutz können auf Abruf Luftunterstützung durch die Drohnen anfordern. An einem Einsatz sind gewöhnlich mindestens drei Personen beteiligt: Ein verantwortlicher Truppführer, ein Drohnenpilot und ein Luftraumbeobachter.
Die Teams setzen verschiedene Modelle ein – unter anderem die Drohnen YUNEEC H520, DJI Matrice 300 RTK, DJI Phantom 4, Mavic2 Enterprise Advanced und sogar eine Unterwasserdrohne mit dem Namen "Gladius Mini 8". Ihre ehrenamtliche Arbeit finanzieren die Teams über Spenden. Mit dem Geld bezahlen sie die Aus- und Weiterbildung von Pilotinnen und Piloten, die Wartung und Reparatur der Drohnen, ergänzende Ausrüstung sowie die Versicherungskosten.
Eine Drohnenstaffel ist eine organisationseigene Einheit aus ehrenamtlichen Drohnenpilotinnen und -piloten. Die Johanniter Drohnenstaffel ist unter anderem im Rhein-Main-Gebiet, in Hildesheim und in Südbrandenburg, Ostthüringen und im Landkreis Nordwestmecklenburg aktiv. Sie stehen rund um die Uhr bereit. Rettungsdienst, Feuerwehr und Bevölkerungsschutz können auf Abruf Luftunterstützung durch die Drohnen anfordern. An einem Einsatz sind gewöhnlich mindestens drei Personen beteiligt: Ein verantwortlicher Truppführer, ein Drohnenpilot und ein Luftraumbeobachter.
Die Teams setzen verschiedene Modelle ein – unter anderem die Drohnen YUNEEC H520, DJI Matrice 300 RTK, DJI Phantom 4, Mavic2 Enterprise Advanced und sogar eine Unterwasserdrohne mit dem Namen "Gladius Mini 8". Ihre ehrenamtliche Arbeit finanzieren die Teams über Spenden. Mit dem Geld bezahlen sie die Aus- und Weiterbildung von Pilotinnen und Piloten, die Wartung und Reparatur der Drohnen, ergänzende Ausrüstung sowie die Versicherungskosten.
Im Bereich Rettung und Katastrophenschutz werden Drohnen für eine Vielzahl von Aufgaben eingesetzt. Zum Beispiel:
Foto: Johanniter
Im Bereich Rettung und Katastrophenschutz werden Drohnen für eine Vielzahl von Aufgaben eingesetzt. Zum Beispiel:
Ist es Zeit zum Mähen, sorgen sich viele Landwirte um Rehkitze. Nach ihrer Geburt suchen sich die Jungtiere einen Liegeplatz im hohen Gras – oft auf landwirtschaftlich genutzten Wiesen. Dort verharren sie regungslos, gut getarnt durch ihr Fleckenfell. Genau deshalb sorgen sich die Landwirte: Rehkitze rennen nicht weg – selbst wenn sich eine Mähmaschine nähert. Damit das Rehkitz nicht getötet oder verletzt wird, muss man es aber zuerst finden. Üblich ist es, Rehkitze mit Duftstoffen und Flatterbändern fernzuhalten oder mit Hunden oder Infrarotgeräten zu suchen. Bei Feldern, die tausende Quadratmeter groß sind, ist das aber schwierig und zeitintensiv.
Für die ehrenamtliche Drohneneinheit des Johanniter-Landesverbandes Nord (Regionalverband Harburg) kam die Anfrage eines Landwirts wie gelegen. “Es war die perfekte Gelegenheit, unsere Drohne erstmals unter Realbedingungen zu erproben”, sagt Daniel Stappenbeck, Leiter der Drohneneinheit. Nachdem der zuständige Jagdpächter das Team offiziell beauftragt hatte, das Rehkitz aus der Luft zu suchen, suchte die Drohne die rund 175.000m2 große Fläche mit ihrer Wärmebildkamera vollautomatisiert ab. Nach eineinhalb Stunden schlug die Drohne Alarm: Aufgrund ihrer Körpertemperatur erschien das Rehkitz als heller Fleck auf den Bildschirmen. Das Team sicherte das Tier mit einer markierten Kiste. “Die kann der Landwirt beim Mähen einfach umfahren, ohne das Rehkitz zu gefährden”, sagt Stappenbeck. Alles in allem ein geglückter Einsatz für das Team, den Landwirt und das Rehkitz.
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Früher war die unbemannte Luftaufklärung mit Drohnen ausschließlich dem Militär vorbehalten. Heute nutzen viele Menschen Drohnen in ihrer Freizeit. Um direkt in die lokale Drohnenstaffel einzutreten, reicht das aber noch nicht. Man muss volljährig und verantwortungsbewusst sein und mindestens als medizinische Qualifikation die Sanitätshelferin oder den Sanitätshelfer vorweisen können. Ehrenamtliche haben zudem eine umfangreiche theoretische Schulung für den Einsatz im BOS-Umfeld hinter sich. BOS steht für “Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben”.
Die Drohnenstaffel der Johanniter ist nicht nur auf freiem Feld im Einsatz. Sie steuern ihre Drohnen auch über bewohnte Gebiete oder Personenmengen – zum Beispiel bei Großveranstaltungen oder Festivals. Um solche Einsätze fliegen zu dürfen, müssen Pilotinnen und Piloten den großen Drohnenführerschein besitzen – das sogenannte EU-Fernpilotenzeugnis A1/A3. Dafür absolvieren Ehrenamtliche eine Onlineschulung und -prüfung beim Luftfahrt-Bundesamt (LBA) eine (Quellen: ADAC, LBA)
Im Katastrophenschutz spielen Drohnen künftig eine große Rolle. Extremwetter wie Starkregen oder Dürren nehmen durch die Klimakrise zu, was Überflutungen und Waldbrände begünstigt. Für solche Situationen sind Drohnen ideal. “Gerade in unübersichtlichen Einsatzlagen helfen uns Drohnen, das Lagebild zu schärfen und zu überprüfen”, sagt Stappenbeck.
Genauso können Drohnen die Energiewende unterstützen. Wärmebildkameras können etwa überhitzte Stromleitungen erkennen oder in Gebäuden Wärmeverluste, defekte Isolierungen oder Leckagen aufspüren. In Solarparks kann man sie einsetzen, um fehlerhafte oder defekte Paneele ausfindig zu machen.